Team

➜ JProf. Dr. Christian Baatz
➜ Clara Bartram Gurresø
➜ Nils Wendler
➜ Dorothee Fehling
➜ Dr. Alexander Schulan
➜ Jule Olbricht

JProf. Dr. Christan Baatz, Gruppenleiter adjust

JProf. Dr. Christian Baatz
PROJEKTLEITUNG
baatz [at] philsem.uni-kiel.de

Christian Baatz hat Umweltwissenschaften an der Leuphana Universität Lüneburg studiert. Die Frage, warum welche Umwelt zu schützen sei, wurde dabei aber kaum systematisch behandelt. Deswegen beschäftigte er sich zunehmend mit Umweltethik und nahm nach seinem Abschluss ein Promotionsstudium an der Universität Greifswald auf, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) finanziert wurde. Die Promotion untersucht, ob Klimawandelrisiken und -schäden einen Anspruch auf Kompensation generieren, wer diese zu erbringen und wer einen Anspruch darauf hat und in welcher Form kompensiert werden kann. 2012 folgte er Konrad Ott als dessen wissenschaftlicher Mitarbeiter ans Philosophische Seminar der Universität Kiel. Hier arbeitete er insbesondere im Bereich der Klimaethik, beispielsweise zu Fragen individueller Verantwortung und gerechter Lastenverteilung. Von 2013 bis 2017 war er zudem Mitarbeiter im Schwerpunktproramm „Climate Engineering: Risks, Challenges, Opportunities?“ (SPP 1689) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und leitete von 2017 bis 2019 ein Postdoc Projekt im Rahmen des Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“. Seit 2020 leitet er eine BMBF-Nachwuchsgruppe und ist Juniorprofessor für Klimaethik, Nachhaltigkeit und globale Gerechtigkeit am Philosophischen Seminar der Universität Kiel. Die Nachwuchsgruppe geht der Frage nach, was eine gerechte Verteilung der von der internationalen Gemeinschaft bereitgestellten Gelder zur Unterstützung von Anpassung an den Klimawandel ist und wie die derzeitige Vergabepraxis verbessert werden könnte. Ein weiterer aktueller Schwerpunkt seiner Forschung und Lehre ist die Begründung und Anwendung von Menschenrechtsnormen.

➜ Eine Übersicht seiner Lehrveranstaltungen und Forschungsprojekte ist hier zu finden.

Ausgewählte Publikationen

Kreuter, J.; Matzner, N.; Baatz, C.; Keller, D. P.; Markus, T.; Wittstock, F.; Bernitt, U.; Mengis, N. (2020) Unveiling assumptions through interdisciplinary scrutiny: Observations from the German Priority Program on Climate Engineering (SPP 1689). Climatic Change 162: 57–66.

Baatz, C., Bourban, M. (2019) Distributing Scarce Climate Adaptation Finance Across Small Island Developing States: Effectiveness, not Efficiency, in Klöck, C., Fink, M. (eds.), Dealing with Climate Change in Small Islands: Towards Effective and Sustainable Adaptation? Göttingen: Göttingen University Press, 77–99.

Baatz, C.; Voget-Kleschin, L. (2019) Individuals’ contributions to harmful climate change: the fair share argument restated. In: Journal of Agricultural and Environmental Ethics 32, 4: 569–590.

Baatz, C.; García-Portela, L.; Voget-Kleschin, L. (2019) Special Issue on “Individual Responsibility for Global Environmental Problems”. In: Journal of Agricultural and Environmental Ethics 32, 4.

Baatz, C. (2018) Climate Adaptation Finance and Justice. A Criteria-Based Assessment of Policy Instruments. In: Analyse & Kritik 40, 1: 1–33.

Baatz, C.; Ott K. (2017) In Defense of Emissions Egalitarianism? In: Lukas Meyer und Pranay Sanklecha (Eds.): Climate Justice and Historical Emissions. Cambridge University Press, 165–197.

Braun, F.; Baatz, C. (2017) Klimaverantwortung. In: Ludger Heidbrink, Claus Langbehnand Janina Loh (Eds.): Handbuch Verantwortung. Springer, 855–886

Baatz, C. (2017) Compensating climate change victims in developing countries – Justification and realization. Doktorarbeit. Universität Greifswald.

Baatz, C. (2016) Can we have it both ways? On potential trade-offs between Mitigation and Solar Radiation Management. In: Environmental Values 25, 1: 29–49.

Baatz, C.; Heyward, C.; Stelzer, H. (2016) Special Issue on the “The Ethics of Engineering the Climate”. In: Environmental Values 25, 1.

Baatz, C. (2016) Reply to my Critics: Justifying the Fair Share Argument. In: Ethics, Policy & Environment 19, 2: 160–169.

Baatz, C.; Ott, K. (2016) Why Aggressive Mitigation Must be Part of Any Pathway to Climate Justice. In Christopher J. Preston (Ed.): Climate Justice and Geoengineering: Rowman & Littlefield, 93–108.

Baatz, C.; Ott, K. (2015) Klimaethik: Mitigation, Adaptation und Climate Engineering. In: Angela Kallhoff (Ed.): Klimagerechtigkeit und Klimaethik. De Gruyter, 181–198. 

Voget-Kleschin, L.; Baatz, C.; Ott, K. (2015) Ethics and Sustainable Consumption. In: Lucia Reisch and John Thøgersen (Eds.): Handbook of Research on Sustainable Consumption. Edward Elgar, 118–128.

Baatz, C. (2014) Climate Change and Individual Duties to Reduce GHG Emissions. In: Ethics, Policy & Environment 17, 1: 1–19.

Baatz, C. (2013) Responsibility for the past? Some thoughts on compensating those vulnerable to climate change in developing countries. In: Ethics, Policy & Environment 16, 1: 94–110.

Blogeinträge

Baatz, C. (2020) Resistance against climate injustice beyond civil disobedience?

Baatz, C.; Klonschinski K. (2020) Student_innen erstellen Video-Tutorials. Ein Erfahrungsbericht aus der Philosophie

Baatz, C.; Pinkert, F. (2020) Was, wenn andere nichts tun? Eine Replik auf Rudolf Schüßler.

Baatz, C. (2020) Über die vermeintliche Heuchelei von Klimaschutzaktivist*innen und individuelle Pflichten zum Klimaschutz.

Baatz, C.; Hermann, J. (2020) What does coronavirus show us about how to fight climate change?

➜ Eine vollständige Liste der Publikationen ist hier zu finden.


Members

Clara Bartram Gurresø
M.S., M.A., Doktorandin
gurresoe [at] philsem.uni-kiel.de

Claras akademischer Hintergrund liegt in der Humangeographie und in Entwicklungsstudien. Ihr Interesse am Klimawandel entwickelte sich, als sie als Teil einer Jugenddelegation den UNFCCC Klimaverhandlungen 2014 beiwohnte, wo sie erstmals mit komplexen Fragen der Klimagerechtigkeit konfrontiert wurde. Seitdem verfolgt sie die halbjährig stattfindenden Klimaverhandlungen, wobei sie sich insbesondere für die Rolle kleiner Inselstaaten und den Umgang mit Schäden und Verlusten, die durch den Klimawandel entstehen, interessiert. Mittlerweile promoviert Clara im Rahmen von adjust. Dabei untersucht sie innerhalb des Arbeitspakets 1 die aktuelle Verteilung von Anpassungsgeldern und arbeitet die impliziten und expliziten Kriterien, die ihr zugrunde liegen, heraus. Claras Forschung wird von Carola Klöck, Christian Martin und Christian Baatz betreut. Ihre Freizeit verbringt sie häufig in der Nähe des Wassers, wenn sie ihren Hobbys Sporttauchen oder Surfen nachgeht. 


Nils Wendler, M.A., Doktorand

Nils Wendler
M.A., Doktorand
nwendler [at] philsem.uni-kiel.de

Nils wurde seit 2015 mit verschiedenen Perspektiven auf globale Probleme wie den Klimawandel konfrontiert, als er an der Universität Oldenburg anfing, Politik-Wirtschaft und Philosophie zu studieren. Da er die Philosophie von Anfang an eher als seine Disziplin betrachtete, entschied er sich danach für den Master der Praktischen Philosophie der Wirtschaft und Umwelt in Kiel. Dort erhielt er von 2018 bis 2020 vertiefende Einblicke in Themen der Klimaethik und der globalen Gerechtigkeit. In seiner Masterarbeit hat er sich mit dem Feld der internationalen Adaption an den Klimawandel und deren Finanzierung  beschäftigt und mögliche Allokationskriterien diskutiert. Im Rahmen des Projekts setzt Nils diese Arbeit fort, indem er im Arbeitspaket 1 eine normative Analyse der Prozesse und Kriterien, die bei der Allokation von Finanzhilfen zur Adaption an den Klimawandel relevant sind, durchführt. Teil dieser Analyse ist es, Aspekte der distributiven und prozeduralen Gerechtigkeit in den Blick zu nehmen und zu überlegen, wie die Allokation von Finanzhilfen aus ethischer Perspektive ablaufen sollte. Seine Forschung wird von Christian Baatz betreut. Im Allgemeinen interessiert er sich für Fragen, die im Schnittfeld von Philosophie und Ökonomik zu verorten sind; in seiner Freizeit macht und schaut Nils gerne Sport.


Dorothee Fehling
M.Sc., Doktorandin
fehling [at] geographie.uni-kiel.de

Schon während ihres Geographie-Studiums an der Georg-August-Universität Göttingen fing Dorothee an, sich für alle Prozesse, die rund um die Küste stattfinden, zu interessieren. Um ihr Wissen in diesem Feld zu vertiefen, kam sie für den Master „Umweltgeographie und -management“ nach Kiel und spezialisierte sich dabei auf den Bereich Küstengefährdung und -anpassung. Dabei spielen nicht nur die physikalischen Kräfte wie Meeresspiegelanstieg, Wellen und Sturmfluten eine Rolle, sondern auch, wie der Mensch die Küste beeinflusst und nutzt. In Arbeitspaket 3 von adjust wird sie nun die Vulnerabilität der Seychellen im Hinblick auf den Meeresspiegelanstieg analysieren und nutzt dazu das Dynamic Interactive Vulnerability Assessment-Modell (DIVA). Mithilfe der Ergebnisse werden Anpassungspfade für die Seychellen entwickelt. Dorothees Arbeit wird von Athanasios Vafeidis betreut. In ihrer Freizeit geht Dorothee gern laufen, klettern oder verbringt Zeit in der Natur.


Dr. Alexander Schulan

Dr. Alexander Schulan
Doktorand
schulan [at] philsem.uni-kiel.de

Alex studierte Volkswirtschaftslehre mit dem Nebenfach Logik und Wissenschaftstheorie an der LMU München und der University of Warwick. Nach seiner Promotion in empirischer Volkswirtschaftslehre an der TU Darmstadt arbeitete er mehrere Jahre bei Banken und Vermögensverwaltern. Während der Elternzeit setzte Alex sein Interesse an Philosophie und Ethik fort und erwarb einen M.A. in Philosophie an der LMU München. Als Postdoc arbeitete Alex drei Jahre in einem inter- und transdisziplinären BMBF-Projekt zu ökonomischen Aspekten der öffentlichen Sicherheit am Lehrstuhl für Ökonometrie der Goethe-Universität Frankfurt. In Verbindung mit dem Münchner Kolleg für Ethik in der Praxis (MKEP) an der LMU München begann er seine Forschung zur Klimaethik. Alex unterrichtet auch Klimaethik am Rachel Carson Center for Environment and Society an der LMU München. Darüber hinaus interessiert er sich besonders für generationenübergreifende Gerechtigkeit und Demokratie. Im Projekt adjust untersucht er, ob der Grad der demokratischen Entscheidungsfindung in Ländern oder Regionen, die internationale Finanzmittel zur Anpassung an den Klimawandel erhalten, die Vergabe der Mittel beeinflussen sollte. Daraus ergibt sich Arbeitspaket 4. Seine Forschung wird von Christian Baatz und Jan-Christoph Heilinger betreut. Alex ist verheiratet, hat zwei Kinder und ist gerne draußen in der Natur.

Publikationen

The effects of the macroeconomy on the yield curve in the short and medium term and on the relative attractiveness of the main asset classes: three empirical essays. Dissertation, 2009.

Behavioural Economics of Security. European Journal for Security Research, October 2019, Volume 4, Issue 2, pp 273–286.

Kosten-Nutzen-Analyse in der Kriminalprävention. With H. Entorf (2018). In: Evidenzorientierte Kriminalprävention in Deutschland. Ein Leitfaden für Politik und Praxis. Editors: M. Walsh, B. Pniewski, M. Kober und A. Armborst, Springer VS. S. 369-382.

Der Wert der Sicherheit. Erste Ergebnisse einer Befragung von Bevölkerung und Experten. Working paper, 2019.

Status Quo der Bewertung von Sicherheitsmaßnahmen – Evidenz aus Experteninterviews. With H. Entorf, working paper, 2017.

Ökonomische Bewertungsverfahren zur Evaluierung von Sicherheitsmanagement: Ein einleitender Überblick. With H. Entorf, working paper, 2017.


Portrait Jule Olbricht

Jule Olbricht, M.A.
Projektkoordination
olbricht [at] philsem.uni-kiel.de

Jule studierte Umweltmanagement in Gießen, vermisste aber die Auseinandersetzung mit der normativen Dimension von Umwelt- und Wirtschaftsthemen, wie globaler Gerechtigkeit, Umweltethik und Nachhaltigkeit. So wechselte für einen Master in Praktischer Philosophie der Wirtschaft und Umwelt nach Kiel. Während des Studiums arbeitete Jule als wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Umweltphilosophie und -ethik und engagierte sich mit einem gemeinnützigen Lastenradverleih mit Bildungsangebot für die Transformation des Kieler Verkehrssystems. Jetzt begleitet sie das Projekt adjust. Ihre Hauptaufgaben sind die Koordination des Forschungsprozesses, die Verwaltung der Fördermittel, die Organisation von Veranstaltungen und die Öffentlichkeitsarbeit. Jule repariert gerne Dinge, ihre zwei Kinder besuchen einen Waldkindergarten.